Project Zomboid
„Project Zomboid“ beginnt nicht mit der Frage, ob die Spielfigur überlebt, sondern wie lange. In der abgeriegelten Knox-Region in Kentucky ist die Zombie-Epidemie bereits außer Kontrolle. Ohne vorgegebenen Helden oder rettende Hauptmission müssen Spieler selbst entscheiden, wo sie Schutz suchen und welche Risiken sie für Nahrung, Werkzeuge oder Medikamente eingehen.
Das Überleben wird ungewöhnlich detailliert simuliert. Hunger, Durst, Müdigkeit, Krankheiten und Verletzungen verlangen ständig Aufmerksamkeit. Kleidung schützt vor Wetter und Bissen, wird aber schmutzig oder beschädigt. Selbst ein eingeschlagenes Fenster, eine nicht ausgeschaltete Alarmanlage oder zu lautes Hantieren kann Zombies aus der Umgebung anlocken.
Mit genügend Vorräten lässt sich ein Gebäude verbarrikadieren und zu einer dauerhaften Basis ausbauen. Landwirtschaft, Kochen, Handwerk und die Reparatur von Fahrzeugen helfen dabei, unabhängiger zu werden. Strom und Wasser fallen nach einiger Zeit aus, Lebensmittel verderben und der Winter zwingt zu langfristiger Planung. Jede kleine Verbesserung ist deshalb Teil eines größeren Überlebensplans.
Die isometrische Darstellung wirkt zunächst nüchtern, erzeugt aber eine dichte und oft überraschend persönliche Endzeitgeschichte. Ein Moment der Unachtsamkeit kann eine über viele Stunden aufgebaute Existenz beenden. Im Mehrspielermodus kommen Handel, Arbeitsteilung und Konflikte zwischen Gruppen hinzu. „Project Zomboid“ ist anspruchsvoll und sperrig, bietet dafür aber eine der umfassendsten Zombie-Survival-Simulationen überhaupt.