Evil Dead Burn
Nach dem Tod ihres Mannes versucht Alice, wieder irgendwie voranzukommen. Die Einladung der Schwiegereltern, ein paar Tage auf deren abgelegenem Anwesen zu verbringen, klingt nach einem Neuanfang – Abstand, Stille, Familie. Was sich dort jedoch zusammenbraut, hat mit Trauerbewältigung nichts mehr zu tun.
Das Anwesen liegt weit abseits, umgeben von Natur und einer Ruhe, die schnell unheimlich wird. Die Familie empfängt Alice herzlich, doch schon bald beginnt das Verhalten einzelner Mitglieder sich zu verändern. Schleichend zunächst, dann immer offensichtlicher. Was einmal Menschen waren, sind nun Deadites – von dämonischen Kräften in Besitz genommene Körper, die ihren Willen vollständig verloren haben. Die Infektion springt von einem zum nächsten, und das Anwesen, das Schutz bieten sollte, wird zur Falle.
Alice ist allein. Keine Verbindung nach draußen, kein Entkommen, und rund um sie herum verwandeln sich Menschen, die ihr eigentlich nahestanden, in etwas Fremdes und Bedrohliches. Das Eheversprechen, das sie einmal gegeben hat, bekommt plötzlich eine ganz andere Bedeutung – als wäre es eine Bindung, die sich über den Tod hinaus einfordert, auf eine Art, die sie sich nie hätte vorstellen können.
„Evil Dead Burn" ist der sechste Teil der Reihe und steht als eigenständiges Kapitel für sich, auch ohne Kenntnis der Vorgänger. Regisseur Sébastien Vanicek – bekannt durch seinen Aufsehen erregenden Debütfilm Infested – übernimmt das Franchise und bringt einen frischen Blick mit, der dem Material keinen Respekt verweigert, aber auch keine müde Wiederholung liefert. Die Entscheidung, die Geschichte in einem Familienumfeld zu verankern, gibt dem Film eine emotionale Ebene, die über reinen Splatterhorror hinausgeht.
Sam Raimi und Bruce Campbell sind als Produzenten beteiligt – die Erbfolge des Franchise bleibt damit gewahrt. Gedreht wurde im Sommer 2025 in Neuseeland, was dem Film eine Isolation und Fremdartigkeit in der Landschaft mitgibt, die das Unbehagen von Beginn an unterschwellig befeuert.
Wer die Neueinträge der Reihe aus 2013 und 2023 mochte, weiß, was er hier bekommt: keine Kompromisse, keine sanften Auflösungen. Evil Dead Burn tritt in diese Tradition mit vollem Bewusstsein – und einem Regisseur, der offensichtlich weiß, wie man Druck aufbaut, bevor er ihn entlädt.